Aufprall gegen Feuerwehrwagen - Mit Hubschrauber in die Klinik

Dienstag, den 02. Juni 2015 um 12:31 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Beim Aufprall auf den Kleinbus der niederländischen Feuerwehr wurde das Motorrad massiv beschädigt. Beim Aufprall auf den Kleinbus der niederländischen Feuerwehr wurde das Motorrad massiv beschädigt. Fotos: Matthias Böhl

ALTASTENBERG. Zu einem schweren Verkehrsunfall wurden am Sonntagnachmittag die Feuerwehren aus Altastenberg, Oberkirchen und Winterberg, Rettungswagen und Notarzt aus Bad Fredeburg sowie der Siegener Rettungshubschrauber Christoph 25 alarmiert. Gegen 14.10 Uhr war auf der L 640 zwischen Altastenberg und Ohlenbach ein 26-jähriger Motorradfahrer aus Bielefeld schwer verunglückt.

Die Straße am Altastenberger Ortsausgang, unterhalb des Sahnehanges, an dem bereits der Rettungshubschrauber zur Landung gegangen war, wurde diesmal von einem niederländischen Feuerwehrmann mit einem Einsatzfahrzeug abgesichert. "Super!", rufe ich dem Mann zu, "dass die niederländischen Kameraden hier helfen". Der Mann erklärt mir, dass seine Kameraden in den schweren Unfall weiter unten verwickelt sind, zum Glück aber nicht verletzt wurden. Ein Motorradfahrer habe einen ihrer Wagen gerammt, erklärt der Feuerwehrmann an der Absperrung.

Wenige Meter weiter talwärts befindet sich die Einsatzstelle. Die Drehleiter aus Winterberg ist zu sehen, ein völlig zerstörtes Motorrad, das auf der Straße liegt, die Löschfahrzeuge aus Oberkirchen und aus Altastenberg sowie Rettungswagen und Notarzt aus Bad Fredeburg. Der Motorradfahrer ist in einer Gruppe unterwegs gewesen, laut Polizei wegen überhöhter Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort ist der Bielefelder gegen einen Feuerwehrwagen aus den Niederlanden gefahren. Obwohl dessen Fahrer, der mit seinen Kameraden in Richtung Winterberg unterwegs war, noch nach links gelenkt hatte, um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, war der Motorradfahrer in die Seite des Wagens eingeschlagen. Dabei war die Geschwindigkeit des Zweiradfahrers so hoch, dass er vom Feuerwehrwagen abgewiesen und in die angrenzende, stark abschüssige Böschung katapultiert wurde. Der Mann kam schwer verletzt in einer Fichtenschonung zum Liegen.

Vor Ort wurde der Mann durch die Mediziner von Hubschrauber und Rettungsdienst versorgt. Für die Rettung aus dem unwegsamen Gelände waren in erster Linie die Kameraden der Winterberger Drehleiter zuständig. Die Maschinisten, zum Teil selbst Rettungsassistenten, befestigen dazu eine Schleifkorbtrage am Leiterkorb. Eine Schleifkorbtrage ist ein spezielles Gerät zur Rettung von Patienten aus unwegsamem Gelände. Hiermit können die Einsatzkräfte Patienten zum Beispiel an einem Abhang retten. Millimetergenau und routiniert richten die Kameraden nun ihren Leiterkorb über der Böschung aus, mit Stahlseilen und unter den Augen weiterer Feuerwehrleute wird die Schleifkorbtrage gesichert und langsam zum Patienten in die Böschung abgelassen.

Der schwer Verletzte Mann ist aber unterdessen nicht alleine: Die Rettungsdienstbesatzungen und weitere Feuerwehrkameraden sind stets an seiner Seite. Alles läuft routiniert. Behutsam wird der Biker mit der Schaufeltrage – einem speziellen Rettungsgerät für Wirbelsäulenverletzte auf ein Rettungsbrett und schließlich in die Schleifkorbtrage gehoben. Dann geht es genau so routiniert und sicher wieder nach oben auf die Straße. Dort steht bereits die Trage des Rettungswagens bereit und die Mediziner übernehmen auch dort wieder die Betreuung des Mannes.

Wenig später fahren die Kameraden zum Sahnehang, einige Meter oberhalb der Einsatzstelle, wo bereits der Rettungshubschrauber zum besonders schonenden und schnellen Transport bereit steht. Während des Fluges kümmern sich Rettungsassistent und Notarzt der Luftrettung weiter um den Patienten, bis sie ihn wenige Minuten später sicher in einer Unfallklinik übergeben konnten. Lebensgefahr besteht nach Aussagen der Polizei nicht, am Motorrad entstand erheblicher Schaden, das Vorderrad wurde beim Aufprall abgerissen. Auch das Feuerwehrfahrzeug der Niederländer wurde beschädigt. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf 16.000 Euro. Die L 640 blieb während der Rettungs- und Bergungsarbeiten gesperrt. Die Einsatzkräfte bedanken sich insbesondere für das Verständnis der Verkehrsteilnehmer, die warten mussten.

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Zuletzt geändert am Dienstag, den 02. Juni 2015 um 15:08 Uhr