Unglück auf Bobbahn: Ein Toter, zwei Schwerverletzte / VIDEO

Samstag, den 03. Januar 2015 um 09:49 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

WINTERBERG. Bei einem nächtlichen Unglück auf der Bobbahn in Winterberg ist am frühen Samstagmorgen ein 25 Jahre alter Mann aus Hamm ums Leben gekommen, zwei Bekannte erlitten schwere Verletzungen. Das Trio war mit Kinderschlitten unbefugt auf der Bahn ins Tal gefahren und gegen einen Traktor geprallt.

Nach ersten Informationen von Polizeisprecher Ludger Rath waren die drei jungen Männer aus Nordrhein-Westfalen in der Nacht zu Samstag nach Winterberg gekommen und waren auf das abgesperrte Gelände der Bob- und Rodelbahn eingedrungen. Mit Kinderschlitten aus Kunststoff rodelten die drei jungen Männer dann den Eiskanal hinunter.

Unglück in Kurve 13
In Kurve 13 kurz vor dem Zieleinlauf passierte das Unglück: Die Männer prallten gegen einen auf der Bahn stehenden Kleintrecker, der laut Polizei zur Aufbereitung der Eisbahn genutzt wird. Einer der Männer wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unglücksstelle starb. Die beiden Begleiter zogen sich schwere Verletzungen zu. Ein Anwohner hörte Hilferufe vom Gelände und informierte die Polizei.

Neben Polizei, Notarzt und mehreren RTW-Besatzungen waren auch die Winterberger Feuerwehr mit etwa 20 Einsatzkräften sowie das PSU-Team des Hochsauerlandkreises vor Ort. Die beiden 26 und 29 Jahre alten Schwerverletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Kripo nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Nach Auskunft des Polizeisprechers hatte ein vierter junger Mann die drei später Verunglückten in der Nacht mit dem Auto am Kopf der Anlage abgesetzt. Der Autofahrer wollte das Trio dann im Zieleinlauf wieder abholen. Nachdem er dort jedoch vergeblich auf seine Bekannten gewartet hatte, verständigte auch er die Polizei.

Untersuchungen auf Alkohol und Drogen: Ergebnis noch offen
Die Verunglückten stammen aus dem Raum Hamm. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 25-Jährigen. Die Anlage blieb am Vormittag für den Trainingsbetrieb gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg schaltete sich in die Ermittlungen ein. Ob Alkohol im Spiel war, stand auch am Samstagmittag nicht fest. Es würden entsprechende Untersuchungen als Alkohol und Drogen durchgeführt, erklärte Rath. Die Gesamtumstände des nächtlichen Vorfalls seien Gegenstand kriminalpolizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Dass der Kleintrecker vom Typ Holder auf der Bahn stand, sei weder ungewöhnlich noch verboten gewesen, sagte der Polizeisprecher. Der Traktor sollte nach Auskunft Raths am Samstagmorgen zum Präparieren der Bahn genutzt werden. "Und niemand konnte damit rechnen, dass nachts jemand den Eiskanal hinunterfährt".


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Feuerwehr Winterberg

Zuletzt geändert am Sonntag, den 04. Januar 2015 um 09:01 Uhr

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