Mantrailer üben: Leberwurst als Leckerli für Lebensretter

Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 08:24 Uhr Verfasst von  HNA
Belohnung nach erfolgreicher Personensuche: Rosalie, die Hündin von Dr. Christine Elsner, hat den "Vermissten" gefunden und bekommt dafür Leberwurst aus der Tube. Belohnung nach erfolgreicher Personensuche: Rosalie, die Hündin von Dr. Christine Elsner, hat den "Vermissten" gefunden und bekommt dafür Leberwurst aus der Tube. Fotos: Ralf Altenhein/112-magazin.de

FRANKENBERG. Hochspezialisierte Nasen waren am Sonntag in Frankenberg unterwegs: Mitten in der Stadt, mitten in der Fußgängerzone, mitten auf Pflastersteinen und Asphalt haben DRK-Rettungshunde das Riechen und Finden von Vermissten geübt. Mit Erfolg: Nach getaner Arbeit gab es für die vierbeinigen Lebensretter tolle Leckerlis als Belohnung - diesmal in Form von leckerer Leberwurst aus der Tube. "Die Rettungshunde sind für uns ganz wichtige Partner beim Aufspüren von vermissten Personen", sagt Dr. Christine Elsner.

Zusammen mit ihrem Team bildet Dr. Christine Elsner in ganz Hessen so genannte Mantrailer aus. Mantrailing ist die Personensuche unter Einsatz von Gebrauchshunden. "Dabei wird der hervorragende Geruchssinn der Hunde ausgenutzt, das Mantrailing ist eine besondere Art der Suche nach vermissten Menschen vor allem in der Stadt", erklärt Dr. Elsner.

Fünf Hunde an stundenlanger Übung beteiligt
In Frankenberg haben fünf Mantrailer aus ganz Hessen geübt, zu jedem Hund gehörte auch ein ausgebildeter Hundeführer. Zudem standen auch zwei Suchgruppenhelfer zur Verfügung. Hund und Mensch sind immer als Team unterwegs, in Frankenberg liefen die Trainingseinheiten zu Beginn des neuen Jahres bereits auf Hochtouren. "Der Individualgeruch eines Menschen ist ganz wichtig", sagt die Ausbilderin: "Die Hunde suchen immer nur nach dem Geruch dieser Person." Und: "Nur bestens ausgebildete Hunde werden für die Einsätze verwendet" - beispielsweise bei der Suche nach dementen Personen: "Alle Hunde können suchen, aber nicht alle Hunde können trailen."

Für die Mantrailer und ihre Führer war die Übungseinheit in Frankenberg hart, aber schön: Morgens um 10 Uhr ging es bereits los, nach Einbruch der Dunkelheit waren die Hund und ihre Herrchen immer noch in der Stadt und vor allem in der Fußgängerzone unterwegs. So mancher Kilometer wurde dabei zurückgelegt. Auch das Wetter spielte mit: Es war kalt, aber trocken. "Das Training und die Übungen sind für Mensch und Tier sehr anspruchsvoll", sagt Dr. Elsner: "Es macht aber auch sehr viel Spaß." Trotz der Dunkelheit am Abend waren die Hunde und ihre Führer immer gut zu erkennen: Durch die reflektierenden Schutzjacken waren die Teams schon von weitem gut sichtbar.

Prüfung vor der Polizei
In Hessen müssen die Mantrailer sogar eine Prüfung vor der Polizei ablegen. Erst dann dürfen sie in den Einsatz. "Die Ausbildung zum Maintrailer dauert rund zwei bis drei Jahre", sagt Dr. Elsner - "zwei bis drei Jahre harte Arbeit." Das Rote Kreuz hat in Hessen derzeit insgesamt 18 Rettungshundestaffeln, aber nicht jede bildet Mantrailer aus. Die nächste Rettungshundestaffel mit Mantrailing gibt es in Marburg.

Die Rettungshundestaffeln in Hessen sind immer auf "Empfang": an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr - und innerhalb einer Stunde einsatzbereit. Und das auch noch ehrenamtlich.

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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 10:45 Uhr