11.2. Tag des Notrufs 112 - Hilfe auch per App holen

Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 09:37 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Am 11.2. ist Tag der "Europäische Tag der 112". Doch Hilfe kann man im Zeitalter des Smartphones auch mit Apps. Am 11.2. ist Tag der "Europäische Tag der 112". Doch Hilfe kann man im Zeitalter des Smartphones auch mit Apps. Foto: App-Sec-Network UG/privat

WALDECK-FRANKENBERG. Seit etwa 20 Jahren europaweit gilt der in Deutschland altbekannte Notruf 112, über den man die Leitstelle für den Rettungsdienst und die Feuerwehr erreichen kann. Um die einheitliche Notrufnummer bekannter zu machen, ist der 11.2. seit 2009 der "Europäische Tag der 112". Doch Hilfe holen kann man im Zeitalter des Smartphones auch mit Apps. Wir stellen eine davon vor.

"HandHelp" heißt die Entwicklung der Berliner Firma App-Sec-Network UG. Deren Gründer Andreas Muchow und Helmut Stephan arbeiten seit 2013 an einem Notrufsystem, das nicht nur kinderleicht zu bedienen, sondern vor allem sehr sicher ist und auch den Menschen einen zuverlässigen Notruf ermöglicht, die sich nicht artikulieren können - durch eine Behinderung beziehungsweise Einschränkung oder auch durch den gerade erlittenen Notfall selbst.

Die in der App (freiwillig) hinterlegten persönlichen Daten, eventuell auch über Vorerkrankungen, sowie der über GPS erfasste jeweilige Standort des Nutzers werden auf Knopfdruck an die nächstgelegene Rettungsleitstelle übertragen. Gleichzeitig werden Foto- und Tondokumentation vom Geschehen übermittelt. Damit werden vollautomatisch und in Sekundenschnelle die fünf sogenannten W-Fragen beantwortet, die der Disponent in der Leitstelle benötigt, um die richtigen Rettungsmittel auf den Weg zum Patienten zu bringen. Optional ist es auch möglich, bis zu fünf Vertrauenspersonen per SMS, E-Mail oder Voice-SMS zu informieren - ausschließlich oder in Kombination mit dem Notruf an die Leitstelle der Feuerwehr oder Polizei.

Bislang mehr als 2000 Nutzer
Mehr als 2000 Menschen nutzen bereits das System der Berliner Entwickler, die auf eine enge Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Leitstellen verweisen. "HandHelp" ist bereits im gesamten deutschsprachigen Raum - neben Deutschland auch in Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein - nutzbar. Befindet sich der Nutzer irgendwo sonst auf der Welt, werden bei Aktivierung des Notrufes die Daten an die jeweils zuständige Auslandsvertretung geschickt. Hierzu wurden laut App-Sec-Network mehrere Testphasen seit Anfang 2014 erfolgreich durchgeführt.

Die App, die neben dem Absetzen des Notrufes ohne Anruf oder Fax viele weitere Funktionen - zum Beispiel als Kontaktgerät für Kinder oder Senioren - beinhaltet, kostet in der Nutzung zwei Euro pro Monat oder 19,90 Euro pro Jahr. "Da die Entwicklungskosten sehr hoch sind, können wir unsere App leider nicht kostenlos anbieten", sagt Mitbegründer Andreas Muchow im Gespräch mit 112-magazin.de. Er hofft aber ebenso wie sein Kollege Helmut Stephan, dass sich ein großer Sponsor findet - ein bundesweit agierendes Unternehmen wie die Deutsche Bahn beispielsweise könnte seinen Kunden die App und "damit ein großes Stück Sicherheit" schenken.

Jeder kann "HandHelp" kostenlos testen und findet die Android-App bei Google Play und ab April für iPhone im App Store. Weitere Informationen über das System sind im Play Store ebenso erhältlich wie auf der Homepage von App-Sec-Network.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 10:24 Uhr

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