Hubschrauberabsturz: Sängerin in Lebensgefahr

Sonntag, den 24. Oktober 2010 um 14:54 Uhr Verfasst von  Dennis Schmidt

PADERBORN. Bei einem Helikopterabsturz bei Altenbeken sind drei Männer schwer und eine Frau lebensgefährlich verletzt worden.

Bei der lebensgefährlich verletzten Frau handelt es sich laut Bild-Zeitung um Sängerin Anna-Maria Zimmermann, die es in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" 2006 unter die letzten sechs Kandidaten brachte. Die Sängerin (21) aus Rietberg im Kreis Gütersloh wollte am Abend in einem Veranstaltungssaal auf einem ehemaligen Gehöft bei Altenbeken auftreten. Dorthin reiste am späten Sonntagnachmittag in Begleitung ihres Managers (37) und eines Assistenten (31), beide aus Nieheim (Kreis Höxter), mit dem Hubschrauber an.

Gegen 17.30 Uhr war der in Oerlinghausen im Kreis Lippe gestartete Hubschrauber einer privaten Gesellschaft im Anflug zum Veranstaltungsort. Dabei stürzte der Hubschrauber aus noch unbekannter Ursache an einem kleinen Baumbestand aus geringer Höhe ab. Der Helikopter schlug auf der Straße, einem asphaltierten Feldweg, etwa 100 Meter vom Veranstaltungsort entfernt, auf.

Mehrere Zeugen hatten den Absturz beobachtet und leisteten den verletzten Insassen erste Hilfe. Der 50-jährige Pilot aus Verl (Kreis Gütersloh) konnte sich selbst aus dem Wrack befreien. Die Sängerin und ihr Assistent wurden von den Ersthelfern aus den Trümmern befreit. Die Feuerwehr befreite den 37-jährigen Manager mit Hilfe von Rettungsgeräten aus dem Wrack.

Am Unglücksort waren laut Polizeisprecher Michael Biermann mehrere Feuerwehrzüge, fünf Notärzte, mehrere Rettungswagen und der Bielefelder Rettungshubschrauber Christoph 13 eingesetzt. Die lebensgefährlich verletzte Sängerin wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bielefeld geflogen. Mit Rettungswagen wurden die schwer verletzten Männer in Krankenhäuser nach Paderborn und Bad Driburg gebracht.

Wegen des ausgelaufenen Treibstoffs legte die Feuerwehr einen Schaumteppich um das Helikopterwrack. Die Polizei beschlagnahmte die Unglücksstelle und informierte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Kriminalbeamte vernahmen Zeugen und sicherten Beweismittel.

Ein Beauftragter der BFU begann noch am Abend zur Feststellung der Absturzursache mit der Untersuchung des Hubschraubers. Laut ersten Zeugenaussagen soll der Helikopter mit einem Rotor die Baumwipfel berührt haben. Das zerstörte Fluggerät wird noch in der Nacht für weitere Analysen abtransportiert und sichergestellt. Angaben über die Schadenshöhe machte der Polizeisprecher nicht.

Mehrere Notfallseelsorger betreuten Zeugen und Angehörige an der Unglückstelle. Die für den Abend geplante Veranstaltung wurde sofort abgesagt.