Brand in Lütersheim: Polizei nimmt Verdächtige fest

Donnerstag, den 13. Dezember 2018 um 18:55 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde

VOLKMARSEN-LÜTERSHEIM. Nach der zunächst ungeklärten Brandursache eines Holzhauses in Lütersheim konnten im Rahmen weitreichender Ermittlungen Erfolge verbuchen - eine Person wird des Mordes verdächtigt, eine weitere der Hehlerei.

Am Dienstag, 20. November 2018, gegen 6 Uhr, war nach dem Brand eines Wohnhauses am Ortsrand von Lütersheim (wir berichteten, hier klicken) im Erdgeschoss der einzige Bewohner, ein 79-jähriger Mann, tot aufgefunden worden.

An den folgenden Tagen untersuchten Brandermittler der Kriminalpolizei Korbach mit Sachverständigen des Hessischen Landeskriminalamtes Wiesbaden den Brandort. Bei den umfangreichen Untersuchungen stellten sie eindeutig fest, dass es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelt. Weiterhin ergab die anschließende Obduktion des Opfers, dass der 79-jährige Mann gewaltsam zu Tode kam.

Unter Federführung des zuständigen Kommissariats 10 der Kriminalpolizei Korbach richtete man eine Mordkommission mit dem Namen "MK Gertenberg" ein, der auch Ermittler des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel angehören. Im Rahmen der intensiv geführten Ermittlungen ergab sich ein Tatverdacht gegen einen 38-jährigen Mann aus Fulda, der am vergangenen Samstag in Fulda festgenommen werden konnte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Kassel gegen den 38-Jährigen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes. Der 38-Jährige sitzt seitdem in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Durch die weiteren polizeilichen Maßnahmen konnte am Sonntag ein zweiter Mann ermittelt werden, der in dem Verdacht steht, Gegenstände aus dem Eigentum des Opfers von dem 38-Jährigen unrechtmäßig erlangt zu haben. Dabei handelt es sich um einen 48-Jährigen aus Göttingen, der sich am Sonntagnachmittag zunächst seiner bevorstehenden Festnahme in Göttingen durch Flucht entzog. Er fuhr mit seinem dunkelblauen VW der Oberklasse von Göttingen über die A 38 in Richtung Osten. Beim Verlassen der A 38 an der Anschlussstelle Leinefelde-Worbis verlor der Flüchtige die Kontrolle über seinen Pkw und überschlug sich. Im Rahmen einer Verfolgungsjagd griffen Polizeibeamte einer Spezialeinheit des Polizeipräsidiums Nordhessen zu.

Der 48-Jährige konnte leichtverletzt festgenommen weden, anschließend  wurde er in einem Krankenhaus behandelt. Auch er befindet sich zwischenzeitlich wegen des dringenden Verdachts der Hehlerei in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.

Bei der "MK Gertenberg" werden derzeit noch umfangreiche Ermittlungen zur Aufklärung des Tötungsdeliktes geführt. Die Polizei hat daher weiterhin folgende Fragen an die Bevölkerung:

  • Wer hat in der Nacht von Montag auf Dienstag (19./20. November 2018) im Umfeld des Wohnhauses verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen?
  • Wer hat andere verdächtige Wahrnehmungen gemacht?
  • Wer kann Angaben zum Aufenthalt des 79-jährigen Bewohners von Sonntag, 18. November, bis Dienstag, 20. November 2018, machen?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Korbach unter der Telefonnummer 05631)9710 entgegen. (ots/r)

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 13. Dezember 2018 um 19:22 Uhr