Schwerer Unfall: Auto kopfüber in Bach, Fahrer flüchtet / VIDEO

Sonntag, den 16. Oktober 2011 um 07:33 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

FLECHTDORF. Kopfüber ist ein Auto am frühen Sonntagmorgen in der Aar gelandet. Mitten in Flechtdorf war der Audi mit überhöhtem Tempo von der Aartalstraße abgekommen, hatte ein massives Geländer durchbrochen und war ins Wasser gestürzt. Der Fahrer befreite sich aus dem Wrack und flüchtete - und ließ die Rettungskräfte im Ungewissen.

"Wir wussten nicht, ob sich noch jemand im Auto befindet", sagte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter Torsten Behle an der Unfallstelle gegenüber 112-magazin.de. Weil man das völlig zerstörte und auf dem Dach im Bachlauf der Aar liegende Auto nicht komplett einsehen konnte, mussten die Rettungskräfte vom schlimmsten Fall ausgehen. "Mit Hebekissen haben wir das Fahrzeug angehoben, um sicherzugehen, dass niemand mehr im Wagen liegt", erklärte Behle das Vorgehen. Der Korbacher Notarzt und die Besatzung des in Adorf stationierten Rettungswagens standen in Bereitschaft, brauchten aber letztlich nicht einzugreifen - vom Fahrer fehlte jede Spur, weitere Personen fanden die Feuerwehrleute laut Einsatzleiter "zum Glück" nicht im Wrack. Andere Brandschützer setzten einige Meter weiter bachabwärts eine Ölsperre aus Brettern, Strohbunden und speziellen Würfeln, die Betriebsstoffe aufsaugen.

Anwohner hatten gegen 6.30 Uhr einen lauten Schlag wahrgenommen und das in der Aar liegende Fahrzeug beim Nachsehen gefunden. Das massive Geländer war völlig zerstört worden, das Auto hatte bei seinem "Flug" auch die Außenwand eines landwirtschaftlichen Gebäudes beschädigt. Ein Landwirt verständigte die Rettungskräfte. Die Leitstelle alarmierte die Wehren aus Flechtdorf und Adorf, die innerhalb weniger Minuten mit rund 35 Einsatzkräften an der Unfallstelle eingetroffen waren. Polizisten machten sich auf die Suche nach dem Fahrer - bei ihm handelt es sich vermutlich um einen 24-Jährigen, der nur wenige Meter von der Unfallstelle entfernt wohnt. Auch seine Mutter, die den Angaben zufolge gerade von der Nachtschicht nach Hause gekommen war, hörte den Unfall.

Polizeiangaben zufolge war der Fahrer mit dem älteren Audi 80 von Korbach kommend im Ort mit nicht angepasstem Tempo unterwegs und geriet aus bislang noch ungeklärter Ursache in der Ortsdurchfahrt gegen den rechten Bordstein. Dadurch geriet das Auto ins Driften, kam nach links von der Straße ab, überfuhr den Gehweg und durchschlug das Metallgeländer. Ob der Fahrer bei dem schweren Unfall verletzt wurde, stand zunächst nicht fest. Auch ob Alkohol im Spiel war, wusste die Polizei anfangs nicht. "Wir müssen seiner erst habhaft werden, dann wissen wir mehr", erklärte ein Polizist. Bis zum Ende des Feuerwehreinsatzes und der Bergung des Wracks durch einen Kran fehlte vom Fahrer jede Spur.

Der Schaden an Geländer, Gebäudewand und Fahrzeug beläuft sich ersten Schätzungen der Polizei zufolge auf mindestens 10.000 Euro.

Zuletzt geändert am Freitag, den 01. März 2013 um 23:07 Uhr

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