Anderthalb Kilometer lange Güllespur gezogen

Donnerstag, den 29. September 2011 um 07:03 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

HERINGHAUSEN. Ein Landwirt hat versehentlich auf einer Länge von etwa anderthalb Kilometern Gülle auf die Straße laufen lassen. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz, um die Fahrbahn zu reinigen. Unfälle passierten durch den schmierigen Belag nicht.

Wie die Korbacher Polizei am Donnerstag auf Anfrage von 112-magazin.de mitteilte, waren am Vortag gegen 17 Uhr mehrere Anrufe auf der Wache eingegangen - die Verkehrsteilnehmer meldeten eine vermeintliche Ölspur, die auf der Strecke zwischen Stormbruch und der Diemelseebrücke begann, weiter nach Heringhausen führte, durch den Ort verlief und an einem Bauernhof am Ortsausgang in Richtung Rhenegge endete. Wie sich herausstellte, handelte es sich laut Polizei aber nicht um Öl, sondern um "Betriebsstoffe" anderer Art: Gülle. Ermittlungen ergaben, dass ein 44 Jahre alter Landwirt auf einem Feld in Richtung Stormbruch die Fäkalien ausgebracht hatte und auf dem Rückweg zu dem Hof die im Fass verbliebene Restmenge versehentlich auf die Straßen laufen ließ. Wie der Dienstgruppenleiter der Korbacher Polizei berichtete, war eine Fehlbedienung des Schiebers am Güllefass der Grund für das Miss(t)geschick.

Die Güllespur war den Angaben zufolge zwischen 15 und 50 Zentimeter breit "und stellte eine Gefahr insbesondere für Zweiradfahrer dar", sagte der Polizist. Über die Leitstelle sei schließlich die Feuerwehr angefordert worden - einmal mehr war bei der Straßenmeisterei niemand zu erreichen, weil es seit diesem Frühjahr keinen Bereitschaftsdienst der Straßenwärter nach Feierabend mehr gibt. Die Feuerwehren aus Heringhausen, Stormbruch, Rhenegge und Adorf rückten aus und reinigten die Straßen "mit viel Wasser und nach besten Kräften", lobte der Dienstgruppenleiter den ehrenamtlichen Einsatz der Brandschützer. Nach etwa anderthalb Stunden seien die Straßen gereinigt gewesen. Die warme Witterung habe ihr übriges getan und den Apshalt rasch wieder abgetrocknet. Er sei froh, dass es durch die Güllespur nicht zu Unfällen gekommen sei, unterstrich der Polizist.


Anfang September war bei Marienhagen ein Güllewagen umgekippt, der Inhalt ausgetreten:
Güllefass kippt um: 6000 Liter Fäkalien ausgelaufen (06.09.2011, mit Video und Fotos)

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 29. September 2011 um 11:23 Uhr