Kerze löst Brand aus: Fünf Verletzte

Freitag, den 10. Juni 2011 um 16:44 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

MENGERINGHAUSEN. Eine Kerze in der Wohnung einer 83-Jährigen hat in der Nacht einen Brand mit fünf Verletzten ausgelöst.

Das Feuer brach gegen 0.45 Uhr in der Erdgeschoss-Wohnung der Rentnerin in einem Achtfamilienhaus in der Berliner Straße in Mengeringhausen aus. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute waren die heruntergelassenen Wohnzimmer-Rollläden zum Balkon der 83-Jährigen bereits im oberen Teil verschmort. "Dahinter konnte man offenes Feuer sehen", sagte der Bad Arolser Wehrführer Gordon Kalhöfer gegenüber 112-magazin.de. Wärmestrahlung hatte zudem Teile des darüberliegenden Balkons verschmoren lassen.

Während sich die 83-Jährige offenbar bereits selbst ins Freie gerettet hatte, standen auf zwei Balkonen im oberen Geschoss insgesamt vier Hausbewohner, denen Rauch den Weg durchs Treppenhaus versperrte. "Diese Personen mussten schnellstmöglich aus dem Brandrauch gerettet werden", verdeutlichte der stellvertretende Stadtbraninspektor und Einsatzleiter Michael Seebold. Eine weitere Person sei mit einer Fluchthaube geschützt durch das Treppenhaus ins Freie geführt worden.

Rund 100 Einsatzkräfte
Neben der Rentnerin erlitten vier weitere Hausbewohner Rauchgasvergiftungen. Zunächst war in der Nacht von insgesamt acht Verletzten die Rede, die Polizei korrigierte diese Angaben aber nach unten. Während die Feuerwehrleute den Brand bekämpften, versorgten bereits Rettungskräfte die Verletzten. Insgesamt waren zur Erstversorgung und Brandstellenabsicherung sechs Rettungswagen-Besatzungen sowie die Notärzte aus Bad Arolsen und Korbach im Einsatz. Später kamen der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst hinzu, die den Großeinsatz koordinierten. Die Leitstelle alarmierte zudem die Schnelleinsatzgruppe des DRK, um einerseits die Brandstellenabsicherung für die Feuerwehrleute weiterhin zu gewährleisten und andererseits die Arolser Rettungswache für mögliche weitere Notfälle im Raum Arolsen besetzt zu halten. Rund 100 Einsatzkräfte waren nach dem Feuer auf den Beinen.

Nachdem die Brandschützer das Feuer in der Wohnung unter Atemschutz gelöscht hatten, brachten sie über den Balkon verbrannte Einrichtungsgegenstände nach draußen. Mit der Wärmebildkamera überprüften sie die Wohnung auf versteckte Glutnester und löschten diese ab. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei an der Einsatzstelle hatte eine offenbar umgefallene Kerze im Wohnzimmer der 83-Jährigen das Feuer ausgelöst. Laut Polizei hatte die Rentnerin zunächst selbst versucht, den Brand zu löschen - vergeblich.

Wohnung nicht mehr bewohnbar
Mit einem Hochdrucklüfter pressten die Brandschützer den Rauch aus dem Treppenhaus, um den nicht verletzten Bewohnern die Rückkehr ins Haus zu ermöglichen. Die meisten Bewohner verfolgten den Löscheinsatz vom Grundstück vor dem Haus aus. Auch zahlreiche Nachbarn, die durch den Einsatz wach geworden waren, verfolgten das Geschehen. Die Wohnung der 83-Jährigen ist durch das Feuer unbewohnbar. Der Schaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung der Polizei auf 50.000 Euro.

Beamte der Kriminalpolizei übernahmen routinemäßig die Ermittlungen an der Brandstelle - das ist immer dann der Fall, wenn an einem Gebäude durch Feuer Schaden entsteht.