Güllegase im Stall: Kuh stirbt / VIDEO

Mittwoch, den 04. August 2010 um 13:07 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Auf diesem Bauernhof in Ober-Werbe starb eine Kuh durch Güllegase. Auf diesem Bauernhof in Ober-Werbe starb eine Kuh durch Güllegase. Foto: pfa

OBER-WERBE. Beim Güllerühren sind giftige Gase in einen Stall gelangt. Mehrere Tiere waren bewusstlos, eine Kuh verendete.

Warum die Gase am Mittwochmorgen in den Stall gelangten, weiß der betroffene Ober-Werber Milchviehhalter Heinfried Emden noch nicht. Er habe am Morgen die unter dem 16 Jahre alten Stall in einem Behälter gelagerte Gülle rühren wollen, um sie auszubringen. Dabei seien erstmals giftige Gase in den Kuhstall gelangt, sagte der Landwirt gegenüber 112-magazin.de. "Die Tiere verhielten sich komisch, schwankten, taumelten, fast als wären sie betrunken", schilderte Emden. Einige Kühe seien wenig später umgekippt. Er habe sofort das Rührwerk abgeschaltet. Weil ihm selbst schwindelig wurde, verließ der Milchbauer sofort seinen Stall und rief die Feuerwehr.

Neben rund 20 Einsatzkräften aus Ober-Werbe und Sachsenhausen eilte um kurz vor 9 Uhr auch Tierärztin Melanie Pfaff zum Stall in der Ober-Werber Ortsmitte. Eine Kuh war bei ihrem Eintreffen bereits verendet, für eine trächtige Ferse habe akute Lebensgefahr bestanden. Emden und die Tierärztin hoben den Kopf der Kuh an, spülten ihn mit Wasser ab und stabilisierten den Kreislauf des Tieres, das mit einem Stallschlepper ins Freie transportiert wurde. Feuerwehrleute unter Atemschutz trieben etwa 25 Kühe nach draußen, andere Kameraden belüfteten den Stall mit speziellen Gebläsen. Um die giftigen Gase zu Boden zu bringen, erzeugten die Brandschützer mit einem Gebläse einen Wassernebel im Stall. Später montierte Emden ein großes Gebläse an einer Stallseite.

Die Feuerwehrleute unter Einsatzleitung des stellvertretenden Ober-Werber Wehrführers Erwin Emde halfen bei der Bergung des Kuh-Kadavers und rückten gegen 10.30 Uhr wieder ab. Heinfried Emden zeigte sich trotz des Verlustes einer Kuh erleichtert, dass nicht mehr passiert war. Es hätten durchaus mehr Kühe und auch Menschen zu Schaden kommen können. Für ihn beginne nun die Suche nach der genauen Ursache. "Ich weiß, um welche Gase es geht. Aber es ist nicht klar, wie sie in den Stall gelangen konnten", sagte der Ober-Werber. Der Stall sei für das seit 16 Jahren praktizierte Verfahren konzipiert, nie zuvor habe es Zwischenfälle gegeben. Rund 150 Kühe leben auf dem Hof.

Zuletzt geändert am Montag, den 27. Februar 2012 um 00:40 Uhr

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