Frau stirbt, vier Gebäude abgebrannt / VIDEO

Montag, den 20. September 2010 um 09:37 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

HUNDSDORF. Eine 49 Jahre alte Frau ist bei einem Großbrand ums Leben gekommen. Vier Gebäude brannten im Ortskern des Wildunger Stadtteils nieder.

Der Großbrand war aus bislang noch nicht vollständig geklärter Ursache am Montagmorgen um kurz vor 7 Uhr ausgebrochen - von einem Wohnhaus am Hainaer Weg aus griffen die Flammen rasch auf den angrenzenden Wirtschaftstrakt und von dort aus auf ein weiteres landwirtschaftliches Anwesen mit einem Wohnhaus und Stallungen über. Bereits bei der Alarmierung war laut Stadtbrandinspektor Ralf Blümer klar, dass mehrere Gebäude in Vollbrand stehen und eine Person vermisst wird.

Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Hundsdorf machten sich umgehend auf die Suche nach der vermissten Person. Im Zwischengang vom Wohnhaus zum Wirtschaftstrakt fanden sie eine 49 Jahre alte Frau am Boden liegend vor. Für die Frau, die auf den Rollstuhl angewiesen war, kam jede Rettung zu spät, sie erlag ihren schweren Verletzungen. Laut Polizeisprecher Volker König handelt es sich um die Hausbesitzerin. Ihr 62-jähriger Ehemann hatte kurz zuvor das Haus verlassen. Der 23 Jahre alte Sohn, der bei Brandausbruch im Haus war, rettete sich unverletzt ins Freie. Aus dem ebenfalls abgebrannten Nachbarhaus brachten sich alle drei Bewohner in Sicherheit. Alle Betroffenen werden laut Polizei von Notfallseelsorgern betreut.

Die Feuerwehren aus Bad Wildungen und mehreren Stadtteilen sowie aus Fritzlar kämpften von allen Seiten gegen die Flammen an. Ihnen gelang es, einen weiteren benachbarten Bauernhof vor einem Übergreifen der Flammen zu bewahren. Das Gebäude sei jedoch durch die Löscharbeiten leicht beschädigt worden, wie König an der Einsatzstelle erklärte. Insgesamt waren rund 70 Feuerwehrleute im Einsatz, außerdem Notärtzin, Rettungsassistenten, Fachberater des THW und Mitarbeiter des Energieversorgers. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick sowie Mitarbeiter des Kasseler Regierungspräsidiums verschafften sich am Unglücksort ein Bild vom Ausmaß des Schadens. Nach Schätzungen der Polizei entstand ein Schaden von mindestens 750.000 Euro.

Die Feuerwehr setzte 14 Trupps unter Atemschutz ein, außerdem sogenannte Monitore von zwei Drehleitern und zwei Tanklöschfahrzeugen. Einsatzkräften und Landwirten gelang es, einige Schweine aus einem der Ställe zu retten. Mehrere Tiere, darunter zwei Sauen mit Ferkeln, kamen jedoch um. Eine Feuerwehrfrau, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, rettete einen Hund.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei war der Brand am Fundort der Leiche ausgebrochen und breitete sich von dort rasend schnell auf die angrenzenden Gebäude aus, wie es König am Nachmittag beschrieb. Anhaltspunkte, die auf einen technischen Defekt hindeuten, hätten sich bislang nicht ergeben, auch hätten sich bislang keinerlei Anhaltspunkte gefunden, die auf ein Fremdverschulden hindeuten.

Die auf einen Rollstuhl angewiesene Verstorbene befand sich König zufolge seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung. Im Haus fanden sich persönliche Unterlagen, die auf einen möglichen Suizid hindeuten. Die Ermittlungen der Kripo dauern aber noch an. Auch sollen noch Ermittler des hessischen Landeskriminalamtes hinzugezogen werden.

Zuletzt geändert am Samstag, den 03. März 2012 um 17:39 Uhr

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