Schwerer Unfall in Raumland

Sonntag, den 19. März 2017 um 20:24 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
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Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr versorgten und betreuten die Verletzten an der Unfallstelle. Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr versorgten und betreuten die Verletzten an der Unfallstelle. Fotos: Matthias Böhl

RAUMLAND. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Morgen auf der B 480 in Raumland. Dabei mussten zwei Frauen aus ihrem Auto befreit werden. Glücklicherweise wurden beide nur leicht verletzt.

Der Unfall

Gegen 07.00 Uhr am Morgen war ein VW Golf von Bad Berleburg kommend in Richtung Raumland unterwegs. Im Bereich einer starken Rechtskurve verlor die junge Fahrerin am Steuer des Wagens die Kontrolle über ihren Golf. Sie kam nach links von der Fahrbahn ab, streifte eine Leitplanke und überfuhr eine Mauer, bevor sie dann auf ein Grundstück stürzte. Der Wagen mit den beiden Frauen an Bord blieb dort auf den Rädern stehen. Beim Aufprall wurde der Wagen derart verformt, dass die Türen sich nicht mehr öffnen ließen.

Die Ersthelfer

Ein junger Mann, der als Anwohner den Unfall beobachtet hatte, alarmierte Rettungsdienst und Polizei. Außerdem unterstützte er die eingesetzten Kräfte vor Ort weiter der Versorgung und Betreuung der beiden verletzten Pkw-Insassen.

Der Rettungsdienst

Durch die Leitstelle des Kreises Siegen Wittgenstein wurden die DRK Rettungswagen aus Bad Berleburg und Erndtebrück alarmiert. Ebenso wurde die Notärztin aus Bad Berleburg zum Einsatzort entsandt. Die Rettungsassistenten und die Notärztin kümmerten sich vor Ort um die beiden verletzten Frauen. Sie stiegen ins Auto hinzu, überwachten die Patientinnen medizinisch und betreuten sie, bis die Feuerwehr sie aus ihrem Auto befreit hatte. Auch danach wichen die DRK Mitarbeiter und die Notärztin nicht von ihrer Seite und brachten sie schließlich ins Krankenhaus.

Die Feuerwehr

Unter der Gesamteinsatzleitung von Stadtbrandinspektor Matthias Limper war der Löschzug 1 der Feuerwehr Bad Berleburg mit Löschgruppenfahrzeug, Hilfeleistungslöschfahrzeug und Einsatzleitwagen und die Löschgruppe Raumland mit Tanklöschfahrzeug und Tragkraftspritzenfahrzeug zur Einsatzstelle ausgerückt. In enger Absprache mit dem Rettungsdienst wurde die Rettung aus dem Unfallfahrzeug vorbereitet. Dabei entschied man sich für eine Patientenorientierte Rettung. Das heisst, es wird besonderer Wert auf eine Immobilisation der Wirbelsäule gelegt. Deshalb setzten die Rettungskräfte neben einem so genannten Stifneck, mit dem man den Kopf stabilisieren und die Halswirbelsäule schützen kann, auch ein KED-System, vergleichbar mit einem Rettungskorsett, ein. Damit können die Patienten komplett immobilisiert werden. Außerdem wurden ein Spineboard (Rettungsbrett zur achsengerechten Rettung) und eine Vakuummatratze eingesetzt, in der man Patienten im Prinzip „völlig steif“ lagern kann, ohne die Wirbelsäule weiter zu beeinträchtigen.

Diese zeitaufwendigere Version einer Rettung kann man nur dann wählen, wenn die Patienten nicht in akuter Lebensgefahr schweben und nicht zeitkritisch versorgt werden müssen.

Der Gegensatz zur Patientenorientierten Rettung wäre die so genannte „Crash-Rettung“, bei der die Patienten so schnell wie möglich aus dem Auto befreit werden müssen, um eine akute Lebensgefahr abzuwenden. Bei solchen zeitkritischen Rettungen, bei denen es nur noch ums Überleben geht, kann die aufwendige Immobilisation dann vernachlässigt werden, um die nötige Zeit einhalten zu können.

Neben der technischen Rettung in enger Absprache mit dem Rettungsdienst stellten die Kameraden aber auch den Brandschutz sicher, schauten nach auslaufenden Kraftstoffen und stellten Flutlichtstrahler zur Verfügung, damit die Frauen gewärmt werden konnten und ein Auskühlen verhindert werden konnte. Dies ist insbesondere bei Traumapatienten von enormer Bedeutung, da die Blutgerinnung bei Absinken der Körperkerntemperatur nachlässt.

Die Polizei

Der Streifenwagen traf gemeinsam mit dem ersten Rettungswagen an der Einsatzstelle ein. Die Polizeibeamten teilten sich auf: Während der eine sofort den Rettungsdienst unterstützte und zur Betreuung der Patientinnen mit ins Unfallauto stieg, wurden parallel dazu die Straße abgesperrt und Zeugen befragt. Außerdem wurde der Unfallhergang ermittelt und andere Ursachen, wie zum Beispiel Alkohol, ausgeschlossen.