Eingeklemmt nach Frontalzusammenstoß - Zwei Hubschrauber im Einsatz

Freitag, den 27. Juli 2018 um 17:44 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Drei Menschen wurden bei einem Frontalzusammenstoß bei Erndtebrück teils lebensgefährlich verletzt. Drei Menschen wurden bei einem Frontalzusammenstoß bei Erndtebrück teils lebensgefährlich verletzt. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

SCHAMEDER. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am frühen Freitagnachmittag auf der B 62 bei Schameder. Insgesamt drei Menschen wurden verletzt, zwei Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Der Unfall

Gegen 14.00 Uhr befuhr eine 75-jährige Frau die B 62 von Schameder kommend in Richtung Erndtebrück. Aus bislang unklarer Ursache geriet sie mit ihrem Nissan auf die Gegenfahrbahn und rammte dabei frontal den entgegenkommenden Wagen eines 64-jährigen Mannes eines Behindertentransportdienstes. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Nissan in die Böschung katapultiert, der Wagen des Transportdienstes drehte sich um nahezu 180 Grad. Die Frau im Nissan und der Fahrer und die Betreuerin aus dem Behindertentransporter wurden verletzt.

Die Feuerwehr

Da die Meldung war, dass ein Mensch bei dem schweren Unfall eingeklemmt worden ist, wurden die Feuerwehren aus Erndtebrück, Schameder und Birkefehl zur Einsatzstelle beordert. Vor Ort hatten die 32 Kameraden unterschiedliche Aufgaben: Die einen begannen sofort damit, die eingeklemmte Frau aus dem schwarzen Nissan zu befreien. „Richtig schwer eingeklemmt war die Patientin nicht, aber die Tür am Unfallfahrzeug ließ sich nicht mehr öffnen. Da mussten wir schneiden, damit man die Frau befreien konnte“, schildert Dietmar Born vor Ort. Fahrer und Beifahrerin im Behindertentransporter waren nicht eingeklemmt. Andere Kameraden sorgten derweil dafür, dass das in Schieflage stehende Unfallfahrzeug mit der Seilwinde des Hilfeleistungslöschfahrzeuges gegen weiteres Abrutschen im Hang gesichert wurde. Auch der Brandschutz wurde gewährleistet, auslaufende Betriebsstoffe abgestreut, die Fahrbahn gereinigt und zwei Hubschrauberlandungen abgesichert.

Der Rettungsdienst

Die DRK Rettungswagen aus Erndtebrück und Bad Berleburg und ein Team des Bad Berleburger Notarzteinsatzfahrzeuges wurden auf die B 62 beordert. Außerdem waren die Rettungshubschrauber „Christoph 25“ von der ADAC Luftrettung aus Siegen und „Christoph 7“ von der Bundespolizei aus Kassel vor Ort im Einsatz. Glücklicher Umstand: Zu Schulungszwecken waren im Bad Berleburger Notarzteinsatzfahrzeug direkt zwei Notärzte vor Ort. In enger Abstimmung mit der Feuerwehr wurde die Patientin aus dem Fahrzeug befreit und die beiden anderen Pkw-Insassen vor Ort versorgt. Aufgrund der Schwere der Verletzungen der 75-jährigen Fahrerin des Nissan und der 61-jährigen Beifahrerin des Behindertentransporters wurden die Frauen jeweils mit einem der beiden Rettungshubschrauber schnell und schonend in Spezialkliniken geflogen. Der Fahrer des Behindertentransporters kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Bad Berleburg. Für die Landung des Kasseler Hubschraubers musste die Ortsmitte in Schameder abgesperrt werden. Der Bundespolizeipilot landete den Hubschrauber direkt auf der Straße.

Da mehr als zwei Notärzte im Einsatz waren, kam automatisch noch der Organisatorische Leiter Rettungsdienst vom Kreis Siegen-Wittgenstein zum Einsatz. Er war dafür zuständig, Patientendaten zu erfassen, zu klären, welcher Verletzte mit welchem Rettungsmittel in welches Krankenhaus kam und die Einsatzstelle organisatorisch abzuarbeiten. Immer dann, wenn mehr als zwei Notärzte an einer Einsatzstelle arbeiten, oder mehr als fünf Verletzte zu versorgen sind, kommt der Organisatorische Leiter Rettungsdienst in Siegen-Wittgenstein zum Einsatz.

Die Polizei

Mehrere Streifenwagenbesatzungen aus Wittgenstein waren zur Unfallstelle geschickt worden. Die Polizeibeamten kümmerten sich um Unfallzeugen, sicherten vor Ort Spuren und ermittelten die Personalien der jeweils betroffenen Unfallopfer. Außerdem kümmerten sie sich um eine Benachrichtigung von Angehörigen, organisierten das Abschleppen der beiden total zerstörten Fahrzeuge und sicherten die Unfallspuren vor Ort, um später die Schuldfrage und die genaue Ursache klären zu können. Im Anschluss an die Rettungsmaßnahmen regelte die Polizei den Verkehr, der sich bereits bis zu einem Kilometer gestaut hatte, einspurig an der Unfallstelle vorbei.

Zuletzt geändert am Freitag, den 27. Juli 2018 um 18:14 Uhr