200 Einsatzkräfte bekämpfen Großbrand in Kassel

Donnerstag, den 22. Juni 2017 um 06:26 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Neben Kräften der Berufsfeuerwehr waren Kameraden mehrerer freiwilliger Wehren und des THW im Einsatz. Neben Kräften der Berufsfeuerwehr waren Kameraden mehrerer freiwilliger Wehren und des THW im Einsatz. Foto: pfa/Archiv

KASSEL. Die Flammen einer brennenden Gartenhütte im Kasseler Stadtteil Bettenhausen sind am Mittwochabend auf eine Lagerhalle übergegriffen und einen Großbrand ausgelöst. Auch ein Wohnhaus war von den Flammen bedroht. 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, ein Feuerwehrmann zog sich Verletzungen zu. 

Durch mehrere Notrufe wurde die Leitstelle der Feuerwehr Kassel um 19.30 Uhr am Mittwochabend über den Brand in der Eichwaldstraße informiert. Dort brenne eine Gartenhütte, hieß es. Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Kassel vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass das Feuer auf eine Lagerhalle übergegriffen hatte und ein benachbartes Wohnhaus durch die Flammen bedroht war. In dem Wohnhaus befanden sich allerdings keine Personen mehr. Die Leitstelle alarmierte umfangreiche Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kasel sowie freiwilliger Feuerwehren aus dem Landkreis Kassel nach.

Die Feuerwehr baute eine so genannte Riegelstellung auf, um zu verhindern, dass der Brand auf das Wohnhaus übergreift. Gleichzeitig wurde ein umfangreicher Löschangriff eingeleitet. Die Löscharbeiten gestalten sich jedoch äußerst schwierig: Die brennende Lagerhalle verfügt über eine doppelte Dachkonstruktion. Dadurch ließ sich das in der Decke verbaute und brennende Dämmmaterial nur schwer löschen.

Massive Rauchentwicklung
Während die innere Decke vermutlich durchbrannte, blieb die äußere Decke unbeschädigt. Dadurch war es nicht möglich, das Feuer von außen über Drehleitern zu löschen. Gleichzeitig sammelte sich Brandrauch, der gegen 21.30 Uhr durchzündete. Hierdurch kam es zu einer massiven Rauchentwicklung. Aufgrund der Wetterlage drückte der Rauch in die umliegenden Straßen.

Die Feuerwehr evakuierte daraufhin die Anwohner der betroffenen Straßen. 16 Personen wurden vom Rettungsdienst untersucht und teilweise ambulant behandelt. Insgesamt etwa 30 Anwohner wurden in einer Gaststätte in der Nähe von Einsatzkräften versorgt. Teilweise mussten sie die gesamte Nacht dort verbringen, weshalb dort unter anderem Feldbetten aufgebaut wurden.

Rundfunkdurchsagen
Wegen der starken Rauchentwicklung rief die Feuerwehr Kassel über Rundfunkdurchsagen sowie die Sozialen Medien (Twitter und Facebook) der Stadt Kassel die Anwohner in der Eichwaldstraße und den umliegenden Straßen dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bei Luftmessungen der Feuerwehr wurden aber keine Schadstoffe festgestellt. Dennoch wurden die Anwohner weiter gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Löscharbeiten, zu denen auch ein Bagger angefordert wurde, um das Hallendach einzureißen, sauerten am Morgen noch an. Neben Drehleitern der Feuerwehr Kasel kam auch ein Teleskopmast-Fahrzeug der Werkfeuerwehr Mercedes Kassel zum Einsatz.

Feuerwehrmann verletzt
An der Einsatzstelle befanden sich in der Nacht zirka 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr Kassel, mehrerer Feuerwehren aus dem Landkreis Kassel, des Technischen Hilfswerks Hofgeismar, des Rettungsdienstes sowie des Betreuungszuges des Katastrophenschutzes. Ein Feuerwehrmann, der stolperte und sich dabei verletzte, wurde in ein Kasseler Krankenhaus gebracht.

Angaben über Brandursache und Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. (r/pfa, Quelle: Berufsfeuerwehr Kassel)

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 22. Juni 2017 um 08:56 Uhr