Schwimmende Brücke trägt kompletten THW-Zug

Dienstag, den 26. März 2013 um 19:04 Uhr Verfasst von  Stefanie Rösner, HNA
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Mit schweren Fahrzeuge überquerte das THW eine zuvor aus Pontons errichtete Brücke. Mit schweren Fahrzeuge überquerte das THW eine zuvor aus Pontons errichtete Brücke. Fotos: Stefanie Rösner/HNA

FREIENHAGEN. Sie ist selbst so leicht, trägt aber 105 Tonnen. Ein kompletter Zug des Technischen Hilfswerks (THW) Bad Wildungen passt auf die Schwimmbrücke: ein Einsatzfahrzeug, ein Gerätekraftwagen, ein Mehrzweckwagen, ein Kranwagen. Der Versuch ist geglückt.

Ein bundesweit einmaliger Testlauf fand am Samstag in Freienhagen statt. Der THW-Ortsverband mit 36 aktiven Mitgliedern übte den Katastrophenschutz mitten im Dorf auf einem Teich. Das zog jede Menge Beobachter an. Erstmals setzten die Helfer spezielle Schwimmkörper - Pontons - aus Kunststoff ein, um eine besonders leichte Brücke für Einsatzfahrzeuge über ein Gewässer zu errichten. Die Firma Duwe & Partner aus Sachsenhausen vertreibt diese Schwimmelemente, die bislang vorwiegend statisch eingesetzt wurden. Für Bootsstege und für Partyinseln zum Beispiel.

Jetzt sollen sie auch dynamisch angewendet werden. Das heißt, das THW baut die Konstruktion, die Jetfloat-System genannt wird, bei Bedarf für bestimmte Zwecke auf, bei Gefahren oder für den zivilen Nutzen. Zum Beispiel bei Veranstaltungen, wo Fluchtwege benötigt werden. "Beim Hessentag in Kassel werden wir mit einer Brücke über der Fulda dabei sein", kündigten Lothar Baum, Ortsbeauftragter des THW Bad Wildungen, und Einsatzleiter Manfred Berndt an. Dann kommt aber die herkömmliche Aufbauweise für solch eine Brücke zum Einsatz, in Kombination mit der neu getesteten Variante.

Eine herkömmliche Schwimmbrücke, die besteht laut Lothar Baum aus Pontons, die bei Überladung und Wellengang Probleme bereiten. "Diese Schwimmkörper, die wir heute testen, haben Hohlräume und sind daher unsinkbar." Ziel sei, "dass diese Brückenvariante nun häufiger eingesetzt wird", sagte Baum. Dann würde die Anschaffung auch günstiger.

Das Pilotprojekt lief gut ab, jedoch dauerte es etwas länger als geplant. Das lag am Eis auf dem Wasser. Nachdem die Schwimmkörper am Morgen auf das Gewässer gelassen wurden, sank die Eisfläche nur langsam ein. "So war es kompliziert, die Brücke auszurichten, und es hat Zeit gekostet", erläuterte der Einsatzleiter Manfred Berndt.

Nach mehreren Stunden am Vormittag waren die 3,50 Meter breite und 35 Meter lange schwimmende Brücke in der richtigen Position und Rampen an jeder Uferseite angebracht. Dann sahen die vielen Zuschauer, darunter Mitglieder des THW von Ortsverbänden von Gießen bis Berlin, zu, wie die großen Wagen des THW auf das leichte Konstrukt fuhren. Die Brücke hielt die schwere Last aus. Quelle: HNA

Zuletzt geändert am Dienstag, den 26. März 2013 um 22:45 Uhr