Neue Fahrzeuge, neues Buch, neue Technik

Samstag, den 17. November 2012 um 15:44 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Christopher Wetekam und Ailina Sude nehmen einen symbolischen Schlüssel für die neuen Fahrzeuge entgegen. Das Bild zeigt sie mit Ortsbeauftragtem Hans-Joachim Kegel, Geschäftsführerin Stefanie Lauber und Referatsleiter Hans-Georg Hartmann. Christopher Wetekam und Ailina Sude nehmen einen symbolischen Schlüssel für die neuen Fahrzeuge entgegen. Das Bild zeigt sie mit Ortsbeauftragtem Hans-Joachim Kegel, Geschäftsführerin Stefanie Lauber und Referatsleiter Hans-Georg Hartmann. Fotos: pfa

KORBACH. Beinahe wäre das Korbacher THW wegen veralteter Fahrzeuge nicht mehr einsatzbereit gewesen, doch dank großer Kraftanstrengung und ehrenamtlicher Arbeit, Hilfe des Landesverbands und der Unterstützung durch den Förderverein ist die Arbeit der Helfer in Blau nun gesichert: Der Ortsverband stellte drei neue Fahrzeuge und einen Anhänger in Dienst. In einer Feierstunde wurden zudem ein neues Buch und neu angeschaffte Technik für die Höhenretter präsentiert sowie zahlreiche Mitglieder geehrt.

Die Mitglieder um Ortsbeauftragten Hans-Joachim Kegel beweisen nicht nur immer wieder im Einsatz ihre Stärken, sondern haben auch ihren eigenen "Notfall" mit Bravour gemeistert: Statt den Kopf in den Sand zu stecken, zu resignieren und die ehrenamtliche Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit in Korbach und Umgebung einzustellen, "sind wir einen schweren, langen Weg" gegangen, wie Kegel am Freitagabend vor rund 75 Gästen aus den eigenen Reihen sowie von Polizei, Feuerwehr und Politik unterstrich.

Erstzteile vom Oldtimermarkt
Zunächst galt es, ein Ersatzfahrzeug für den 29 Jahren alten Lkw zu bekommen, mit dem das Korbacher THW sogar nach Hurrikan Katrina im Jahr 2005 in New Orleans im Einsatz war. Zwar war den Kameraden das Auto mit dem Spitznamen Aldi ans Herz gewachsen, doch die Reparaturen wurden zusehends schwieriger: "Wir mussten auf dem Oldtimermarkt Ersatzteile kaufen", erklärte Kegel. Für den zweite Lkw, der ausgemustert wurde, gab es übergangsweise einen Unimog als Ersatz, "doch auch dieses 29 Jahre alte Fahrzeug wurde bald außer Dienst gestellt". Nach langer Wartezeit erhielt der Korbacher Ortsverband in diesem Jahr schließlich zwei MAN- und Mercedes-Ersatzfahrzeuge, die unter anderem der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen zur Verfügung stehen und mit hydraulischen Ladebordwänden zur Verlastung schweren Geräts ausgestattet sind. Beide Lkw verfügen über jeweils fast 300 PS starke Motoren, Allradantrieb und Automaticgetriebe. "Hier hat der Landesverband für Abhilfe gesorgt", sagte Kegel im Zusammenhang mit der Anschaffung der beiden Neufahrzeuge.

Subaru Legacy als Vorausfahrzeug
Nicht ganz neu, jedoch neuwertig und völlig kostenlos erhielten die Korbacher THW-Kräfte zudem einen Subaru Legacy vom Autohaus Schüppler (Volkmarsen und Willingen). Dass Allradauto, das einen Hagelschaden hatte, ersetzt einen alten VW Passat Kombi und dient als Vorausfahrzeug oder Einsatzwagen für die Höhenretter. THW-Zugführer Dirk Gernand und Ailina Sude, die als erste Frau im Korbacher THW einen Lkw-Führerschein hat und eine Ausbildung zur Fahrzeuglackiererin absolviert, haben den Legacy umgebaut, in THW-Farben lackiert und eine Sondersignalanlage montiert. "Der Wagen funktioniert hervorragend", sagte Kegel lobend und dankend - dies richtete sich sowohl an seine beiden Mitglieder als auch an das Autohaus.

Über den eigenen Förderverein finanzierte der Korbacher Ortsverband schließlich einen Lkw-Anhänger, mit dem beispielsweise der eigene Radlader zu den Einsatzstellen transportiert werden kann. Der Anhänger habe sich bereits bei einigen Ernstfällen in diesem Jahr bewährt, sagte der Ortsverbandschef. "Das sind ganz schöne Prachtstücke", sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Meßmer mit Blick auf die neuen Fahrzeuge. Doch der Sozialdemokrat lobte auch die Arbeit des Technischen Hilfswerkes: "Ohne das THW wären viele Einsätze gar nicht denkbar", sagte Meßmer und zählte dazu auch Einsätze humanitärer Art in Krisen- oder Notstandsgebieten dieser Welt. Die breite Unterstützung durch das Parlament könne dem THW auch künftig sicher sein.

korbacher THW als Leuchtturm bezeichnet
Den symbolischen Schlüssel für die Fahrzeuge überreichten Stefanie Lauber, Geschäftsführerin der THW-Geschäftsstelle Gießen, und Hans-Georg Hartmann, Referatsleiter Zentrale Dienste beim THW-Landesverband. Lauber bezeichnete das Kobacher THW in ihren Glückwünschen als Leuchtturm.

Den Rahmen der Fahrzeugübergabe nutzten die überregionalen THW-Vertreter, um langjährige ehrenamtliche Helfer aus dem korbacher Verband zu ehren. So nahmen Isabelle Schulz und Björn-Oliver Rettig eine Auszeichnung für zehnjährige aktive Zugehörigkeit entgegen. Das Helferzeichen in Gold ging an Stefan Feißt, Peer Krohm, Manuel Maurer, Sebastian Rohde, Frank Schubert, Ailina Sude und Christopher Wetekam. Mit dem goldenen Helferzeichen mit Kranz wurden Dirk Gernand, Dennis Kegel, Torsten Müller und Björn-Oliver Rettig ausgezeichnet.

Schwierige Aufgaben nur im Team lösen
Nicht zuletzt diente der Festakt in der THW-Unterkunft in der Briloner Landstraße dazu, neue Schulungsmedien vorzustellen - doch nicht irgendwelche: Ein Buch mit Plakat und eine CD stammen aus der Feder von Feuerwehrmann und THW-Mitglied Dr. Christof Linde und THW-Höhenretter Dennis Kegel. Das Werk behandelt Knoten, Stiche und Bunde, die im THW-Einsatz zur Anwendung kommen. Linde und Kegel erklärten übereinstimmend, über die Arbeit an dem gemeinsamen Werk auch einen Freund in dem jeweiligen Co-Autor gefunden zu haben. Außerdem habe man die Erkenntnis erlangt, dass man eine schwierige Aufgabe nur im Team lösen könne - das gelte für die täglichen Einsätze ebenso, und auch da sei häufig eine Zusammenarbeit der beiden Hilfsorganisationen der Schlüssel zum Erfolg. Viel Erfolg beim Verkauf der Schulungsmedien wünschten am Freitag unter anderem Simone Kleiner vom herausgebenden Verlag ecomed Sicherheit und Gordon Niederdellmann, Sachbearbeiter Ausbildung beim THW.

Während des geselligen Teils zeigten die Höhenretter ihren Gästen ein neu angeschafftes Gerät: Das als Arachnipod bezeichnete Spezialstativ kann in vielfältiger Weise bei verschiedenen Anforderungen eingesetzt werden.


Link:
THW-Ortsverband Korbach

Zuletzt geändert am Samstag, den 17. November 2012 um 20:23 Uhr