THW trainiert Rettung Verschütteter

Donnerstag, den 16. August 2012 um 19:43 Uhr Verfasst von  HNA
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Drei Wochen lang trainieren Einsatzkräfte des THW die Rettung Verschütteter mit einem speziellen Container. Drei Wochen lang trainieren Einsatzkräfte des THW die Rettung Verschütteter mit einem speziellen Container. Foto: HNA/Julia Schnatz

KORBACH. Ob gewerblicher Bauarbeiter oder fleißiger Heimwerker: Überall, wo im Erdreich Bauarbeiten vorgenommen werden, besteht Verschüttungsgefahr. Damit eine schnelle und sichere Rettung gewährleistet ist, bildet das Technische Hilfswerk in Korbach drei Wochen lang eigene und Einsatzkräfte anderer Ortsverbände für diesen Bereich aus.

In einem Spezialcontainer wird unter realen Einsatzbedingungen eine Tiefenrettung geprobt. Zum ersten Mal ist dieser bundesweit einzige Container am Standort Korbach, entwickelt wurde er von der Berufsfeuerwehr Kassel. Bis zum Ende des Monats werden hier von fünf Ausbildern rund 400 Mitglieder des THW, aber auch Feuerwehrleute aus ganz Deutschland geschult. Anknüpfend an einen theoretischen Teil, in dem zunächst die Bauart des Containers erläutert wird, erhält dann jeder Aktive die Möglichkeit, am Container zu arbeiten.

Die Mitglieder des Korbacher THW testeten den Übungscontainer als erste und kamen ins Schwitzen: Aus einem tiefen Graben im künstlich erschaffenen Erdreich musste eine Person geborgen werden. Mit vielen Holzbohlen und Brettern auf wenig Platz mussten die 15 Teilnehmer unter Aufsicht und Anleitung des Ausbilders den Graben stabilisieren und künstliche Wände schaffen, um die Gefahr für den Verschütteten so gering wie möglich zu halten. Erst dann konnte einer der Retter hinuntersteigen und die verschüttete Person bergen.

Gefüllt ist der Container aber nicht mit Erde, sondern einem Gemisch aus Bindemittel und gehäckseltem Mais. Dieses Material verhalte sich physikalisch wie Erde, ist aber leichter und stelle für das "Opfer" keine Belastung dar. Doch die Ausbilder achten nicht nur auf die richtige technische Ausführung der Übung. Auch psychologische Tipps haben sie zur Optimierung parat: Das Opfer solle immer geduzt werden und am Rand des Grabens solle so wenig wie möglich gesprochen werden. "Das schafft eine angenehmere Atmosphäre für den Verschütteten", sagt Ortsbeauftragter Hans-Joachim Kegel.

Die Korbacher Gruppe war während der Übung sehr einsatzfreudig - da dieser Einsatz bis jetzt Neuland war, zeigte er allen aktiven Rettern eine neue Möglichkeit der Bergung auf. Wenn das Team sich erst einmal eingespielt hat, könnte ein verunglückter Bauarbeiter schon innerhalb von nur zehn Minuten gerettet werden. "Das gibt Sicherheit", sind sich die Korbacher Retter einig. Quelle: HNA


Feuerwehrleute hatten im vergangenen Jahr in Arolsen einen von Erde verschütteten Mann befreit:
Feuerwehr befreit verschütteten Rentner (29.03.2011)

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 16. August 2012 um 19:50 Uhr