Notfallsanitäter behindert und bedroht - Funkgerät zerstört

Samstag, den 18. August 2018 um 11:02 Uhr Verfasst von  Klaus Rohde
Das Team vom Promedica Rettungsdienst war am Donnerstagabend zügig vor Ort um medizinische Hilfe zu leisten. Das Team vom Promedica Rettungsdienst war am Donnerstagabend zügig vor Ort um medizinische Hilfe zu leisten. Foto: 112-magazin

KORBACH. Hohe Wellen der Empörung schlug am Freitag in den sozialen Netzwerken die Meldung über einen Einsatz der Rettungskräfte, die in der Korbacher Fußgängerzone verbal und körperlich angegangen worden waren.

Bei der Recherche kamen weitere Details zum Vorschein, die ein unrühmliches Blatt auf Angehörige der Großfamilie werfen. Eines aber vorweg: Von der Alarmierung der Promedica Rettungskräfte in Sachsenhausen bis zum Eintreffen am Einsatzort vergingen exakt 11 Minuten. Normalerweise wäre ein in Korbach stationierter RTW noch früher am Einsatzort gewesen, dieser befand sich aber ebenfalls auf Alarmfahrt.

Bei der Befragung von Zeugen ergaben sich weitere Details. Wahrscheinlich führte ein Krampf der Zungenmuskulatur zum Zusammenbruch des 29-jährigen Mannes vor der Eisdiele. Über die Leitstelle wurde daraufhin ein RTW und ein Notarzt in die Fußgängerzone entsandt. Bei Eintreffen der RTW-Besatzung wurde den beiden Rettern, darunter ein Notfallsanitäter, gleich mit Schläge gedroht, sodass eine Behandlung des Patienten nicht sofort vorgenommen werden konnte. Um Verstärkung herbeizuholen, wollte einer der Sanitäter über Funk weitere Rettungskräfte nachfordern, dazu kam es jedoch nicht, weil der RTW von aufgebrachten Personen gestürmt und das Funkgerät herausgerissen wurde. 

Erst das Eintreffen von mehreren Streifenwagenbesatzungen machte dem Spuk ein Ende. Das Resultat: Durch die strafbaren Handlungen musste am Donnerstagabend gegen 22 Uhr der RTW aus dem Dienstbetrieb genommen werden, weil die Funkanlage Beschädigungen aufwies. Ein Rettungssanitäter wurde am Arm verletzt und Dienstunfähig geschrieben. Er erstattete am Freitag auch Anzeige bei der Polizei wegen Körperverletzung und Beleidigung. Ein weiterer, beteiligter Retter, durfte wegen einer traumatischen Belastungsstörung seinen Dienst nicht weiter ausüben.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Link: Rettungssanitäter von Großfamilie attackiert - Polizei muss eingreifen (17.08.2018)

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Zuletzt geändert am Samstag, den 18. August 2018 um 12:49 Uhr