207 Einsatzkräfte bekämpfen Waldbrand bei Marienhagen (aktualisiert)

Mittwoch, den 01. August 2018 um 13:32 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
Ein Waldbrand in der Gemarkung Marienhagen forderte 207 Brandschützer heraus Ein Waldbrand in der Gemarkung Marienhagen forderte 207 Brandschützer heraus Fotos: 112-magazin.de

VÖHL. Zu einem Großeinsatz rückten am gestrigen Dienstag die Wehren aus Vöhl, Korbach, Lichtenfels, Bad Arolsen und Waldeck aus - etwa 50.000 Quadratmeter Waldfläche fielen den Flammen zum Opfer. Zwei Einsatzkräfte wurden bei Löscharbeiten verletzt.

Alarmiert wurden die Vöhler Ortswehren um 15.25 Uhr mit dem Alarmstichwort "F Wald 2, brennt Fichtenschonung" bei Marienhagen. Daraufhin setzten sich die Wehren aus Marienhagen, Obernburg, Thalitter, Herzhausen sowie die Wehr aus Vöhl und Tanklöschfahrzeuge aus der Kreisstadt Korbach in Richtung "Am Kindeloh", nördlich von Marienhagen in Bewegung. 

Bei Ankunft am Einsatzort befand sich das Feuer in Ausdehnung, hatte bereits auf eine umzäunte Douglasienschonung übergegriffen und breitete sich - angefacht vom Wind - weiter aus. Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk übernahm sofort die Leitung, wies die Einsatzkräfte vor Ort in die Lage ein und ließ den ersten Löschangriff durchführen. Da das mitgeführte Löschwasser zur Neige ging, wurden ein Schlauchwagen aus Korbach sowie ein Wasserbassin mit 5000 Liter Fassungsvermögen und weitere Tanklöschfahrzeuge aus Sachsenhausen angefordert. Als auch das nicht ausreichte, mussten die Kameraden aus Kirchlotheim ihr Wasserbassin anliefern und aufbauen. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Wehren von Landwirten, die mit vier Wasserfässern (insgesamt 42.000 Liter) im Pendelverkehr immer wieder die Bassins auffüllten. Auch die Löschfahrzeuge pendelten von den Wasserentnahmestellen zum Einsatzort, um das begehrte Löschmittel in die fordere Linie zu bringen.

Rettungskräfte versorgen Verletzte

Während der Löscharbeiten verletzte sich ein Kamerad am Unterarm, eine junge Frau musste aufgrund physischer Überlastung im RTW von Promedica, der zur Brandstellenabsicherung vor Ort war, behandelt werden. Nach Angaben von Bernd Schenk summierte sich die Zahl der am Einsatz beteiligten Feuerwehrmänner- und Frauen auf 207. Immer wieder wurden Einsatzkräfte aus der Brandzone herausgenommen und ausgetauscht, dennoch waren viele Brandschützer am Ende ihrer Kräfte. Insbesondere die unter Atemschutz im Einsatz stehenden Freiwilligen wurden permanent herausgelöst. Um 17.30 Uhr konnte dem ebenfalls anwesenden stellvertretenden Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer gemeldet werden, dass das Feuer unter Kontrolle ist und ein Ausdehnen des Brandes verhindert werden konnte.

Wehren leuchten aus, Bevölkerung liefert Getränke und Essen

Bis etwa 23 Uhr waren die Einsatzkräfte mit dem Ablöschen der Brandfläche beschäftigt. Immer wieder mussten Glutnester lokalisiert werden. In alten Baumstümpfen hatten sich hartnäckig Glutnester gehalten, die erneut bekämpft wurden. Bei eintretender Dunkelheit entschied Schenk, weitere Unterstützung zum Ausleuchten anzufordern. Auch die Wehr aus Bad Arolsen rückte mit ihrem Teleskopstrahler an. Die Bevölkerung aus Marienhagen brachte sich ebenfalls ein. So wurden Essen und Getränke angeliefert, um die Einsatzkräfte zu versorgen. Weitere Ehrenamtliche aus Rhadern, Basdorf, Dorfitter, Waldeck, Höringhausen, Buchenberg, Sachsenhausen und Ederbringhausen rückten noch spät in der Nacht an, um die erschöpften Einsatzkräfte abzulösen und die Brandwache zu übernehmen.

Am Mittwochvormittag bestätigte Bernd Schenk vor Ort, dass etwa fünf Hektar Wald, einige Jagdeinrichtungen und die Gatterung den Flammen zum Opfer gefallen seien. Über die Schadenshöhe konnte Schenk allerdings keine Auskunft geben, da Hessen Forst die Schätzung vornehmen muss. Die Brandstelle wollte Schenk nach Abschluss der Löscharbeiten im Laufe des heutigen Tages an das Forstamt übergeben.

Polizei nimmt Verdächtigen fest

Parallel dazu waren zwei Polizeistreifen im Einsatz und nahmen am Dienstagnachmittag einen 22-Jährigen aus der Gemeinde Vöhl vorläufig fest und stellten Beweismittel sicher. Noch steht nicht fest, ob das Feuer durch Brandstiftung ausgebrochen und ob der 22-Jährige dafür verantwortlich ist. Deshalb ist er auch nach Abschluss der ersten polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen worden. Die Ermittlungen zur Brandentstehung dauern also noch an. Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Zeugen. Hinweise nimmt die Polizeistation Korbach unter der Telefonnummer 05631/9710 entgegen. (112-magazin)

Link: Einsatzstandort zwischen Marienhagen und Obernburg am 30. Juli und 1. August 2018

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 01. August 2018 um 18:58 Uhr