Orkantief "Kyrill" fegt über Landkreis

Donnerstag, den 18. Januar 2007 um 09:57 Uhr Verfasst von  Dennis Schmidt

WALDECK-FRANKENBERG. Orkantief "Kyrill" hat im Landkreis enormen Schaden angerichtet. Helfer sind noch immer im Dauereinsatz.

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern tobte der Orkan seit Donnerstag Vormittag auch über dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Nachdem im Verlauf des Tages lediglich einige Bäume - unter anderem in der Gemeinde Diemelsee und in Lichtenfels - umgestürzt waren, hatte sich die Lage am Abend zugespitzt. Im ganzen Landkreis waren Feuerwehren, Straßenmeistereien sowie in einigen Regionen auch das THW im Dauereinsatz. Alle Hände voll zu tun hatten auch die Mitarbeiter der heimischen Energieversorgungsunternehmen, um die Schäden zu beseitigen.

In Bad Arolsen stürzte ein Baum gegen die Tinnitusklinik, bei Herzhausen kappte ein umstürzender Baum eine Stromleitung und löste ein Feuer aus. Zahlreiche Straßen wurden komplett gesperrt, unter anderem die Bundesstraße 253 zwischen Battenberg und Laisa und die B 236 zwischen Allendorf und Bromskirchen im Frankenberger Raum sowie unter anderem die L3078 zwischen Adorf und Vasbeck und die K30 zwischen der B252 und Marienhagen im nördlichen Kreisteil. Viele unpassierbare Verbindungen bleiben voraussichtlich bis Freitag gesperrt. Mehrere Autos und ein Linienbus steckten in Waldgebieten fest, nachdem vor und hinter den Fahrzeugen Bäume umgestürzt waren.

Die Einsätze dauerten die ganze Nacht über noch an und setzen sich am Morgen fort. Teilweise wurden auch Autos von Bäumen getroffen oder Leitungen gekappt. Personenschäden sind bislang aber nicht bekannt. Auch Dächer wurden abgedeckt, Ziegeln wirbelten durch die Luft und schlugen auf Straßen auf. Teilweise liefen Keller voll Wasser. In Battenberg zerstörte der Sturm eine Schaufensterscheibe. In Rhena riss "Kyrill" das Dach einer alten Scheune ab - das gesamte Gebäude drohte einzustürzen. Die Feuerwehr sperrte das Grundstück ab und evakuierte ein benachbartes Haus. Ein Schaden von rund 100.000 Euro entstand an einer Reifenlagerhalle im Elfringhäuser Weg: Hier wehten zahlreiche Styroporplatten der gerade aufgebrachten Dachisolierung davon. In Dainrode deckte der Orkan das Scheunendach eines Aussiedlerhofes ab.

Die angefügten Bilder entstanden zwischen Allendorf und Bromskirchen, zwischen Battenberg und Laisa, in Battenberg, in Rennertehausen, im Strother Wald sowie in Rhena. 112-magazin.de berichtet, sobald das gesamte Ausmaß des Orkans im Laufe des Tages erkennbar ist.